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Donnerstag, 28. April 2016 in montréal

es ist neun uhr morgens. in sakko und button-down sitze ich in der kleinen küche im appartment von k.s mum. mein outline hatte ich am vorabend nach wien geschickt, das manuskript bin ich zwei mal durchgegangen, und nun schaue ich in das kleine auge über dem rand des bildschirms und prüfe, wie ich gleich auf der anderen seite des atlantiks aussehen werde, sobald dort jemand auf «verbinden» geklickt hat.

kurz darauf schauen mich drei gelangweilte und ein interessiertes augenpaar an. auf das interessierte kommt es an, denn das gehört der professorin. kurz rutscht mir das herz in die hose, als ich feststelle, dass ich mich auf einen englischen vortrag hätte einstellen müssen. aber dann geht es auch so, ich übersetze im vorübergehen aus meinen unterlagen, und der vortrag wird dadurch immerhin freier, wenn auch stellenweise vermutlich konfus.

am ende weiß ich nicht, wie ich das zurückhaltende feedback deuten soll. mit so wenig substantieller kritik hatte ich nicht gerechnet. ist das exposé so stimmig und plausibel, oder ist es noch so wenig ausgereift? mir selbst gehen einhundert fragen durch den kopf, und ich musste mein ganzes selbstbewusstsein zusammennehmen, um mich damit zu bewerben. aber vielleicht ist es einfach so, wie k. am ende mutmaßte: ich weiß von uns fünfen im augenblick am meisten. das ist eine neue erfahrung.

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Sonntag, 24. April 2016 in montréal

Fast zehn Stunden im kleinen Sushi-Restaurant. Jubel, als Laurence das Tip-Jar ausleert. (Hier heißen sogar die Frauen wie der heilige Laurentius.)

Bein letzten Mal wurde ich in die Kunst des Reiskochens eingeweiht. Der mit Algen und Mirin gekochte Reis wird nochmals mit einer geheimen Mischung aus Essig und anderen Zutaten übergossen. Im Hangiri, einem hölzernen Bottich, wird er mit einer sanften Seitwärtsbewegung gerührt, Acht gebend, dass das Korn ganz bleibt. Danach darf er eine Weile abkühlen und ziehen. Ein echter Wakiita lernt die Zubereitung des Reises erst nach fünf Jahren, aber dies ist schließlich nicht Japan, und mein Chef ist Mexikaner.

Heute lerne ich bereits, die filigranen Gunkan und Nigiri zuzubereiten, kleine, mit den Fingern geformte Reisquader, auf denen die «Füllung» mit einem schmalen Band Nori fixiert ist. Die Festigkeit gelingt mir auf Anhieb: Weder soll der Reis bröckeln, noch darf er seine Textur verlieren. Aber die richtige Balance zwischen Schnelligkeit und Sorgfalt bereitet mir noch Mühe. Der Chef muss über meine «deutsche Präzision» lachen und fragt, ob ich ein Lineal brauche. Aber auch das ist eine Frage der Technik.

Den Sonntag frei genommen. Ich muss noch ein ganzes Referat vorbereiten. Montag um 16 Uhr MEZ Hearing mit Wien per Skype.

«Es gibt keinen triftigen Grund, nicht unter der Dusche zu singen, also blogge ich.»

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