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Wednesday, 7. March 2012
drüben ist delfzijl

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Sunday, 18. December 2011
Adorno/Horkheimer über Deutschland sucht den Superstar
«… Sie beurteilen ihr eigenes Selbst nach seinem Marktwert und lernen, was sie sind, aus dem, wie es ihnen in der kapitalistischen Wirtschaft ergeht. Ihr Schicksal, und wäre es das traurigste, ist ihnen nicht äußerlich, sie erkennen es an. Der Chinese, der Abschied nahm,
‹sprach mit umflorter Stimme: Du mein Freund
Mir war das Glück in dieser Welt nicht hold.
Wohin ich geh? Ich wandere in die Berge,
Ich suche Ruhe für mein einsam Herz.›
I am a failure, sagt der Amerikaner. – And that is that

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Sunday, 4. December 2011
harlem
harlem condominium (malcolm x bvd., if i remember correctly).

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sol lewitt – four-sided pyramid (1997/99).

sol lewitt – four-sided pyramid (1997/99).
sculpture garden, washington d.c.

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ride a painted pony, make the spinning wheel spin…

yellow.

blue.

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fieberglasfieber
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coney island oral history archive

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Wednesday, 30. November 2011
maurizio cattelan: retrospektive im guggenheim

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Tuesday, 29. November 2011
der zweite sonntag. für einen feiertag viel zu früh. wir sind noch müde, müssen aber doch rechtzeitig am strand sein. der q-train bummelt träge durch brooklyn, kann sich meinetwegen gern noch länger zeit lassen. der wagen ist leer, ungestört können r. und ich den noch zähflüssigen gedanken hinterherschauen. irgendwann fange ich an, pflichtbewusst im kleinen gelben städteführer nachzuschlagen, die letzten tage zu rekapitulieren. viel zu viel, um alles festzuhalten. zwischendurch weist r. mich an, doch auch einmal aus dem fenster zu schauen: die linie q durchschneidet brooklyn in ganzer länge von norden nach süden. die vielen hinterhöfe, in die man vom gleis aus hineinsehen kann, das plastikspielzeug, zum trocknen aufgehängte wäsche: die metropole sieht hier unten aus wie eine vorstadt, nur weniger ordentlich. kurz vor der endstation durchqueren wir noch einen der drei chinatown-ableger brooklyns, dann schließlich coney island: als erstes tauchen riesige, braune wohnsilos auf, dann das weiße gestänge der ikonischen cyclone-achterbahn.

über den boardwalk eilen wir hinunter zum strand, halten ausschau und finden auf anhieb einen haufen johlender menschen in badehosen und bikini. insgeheim hatte ich gehofft, wir wären zu spät, doch bislang ist niemand im wasser. ich schäle mich schnell aus jacke und schuhen – jetzt nur nicht zögern! – und trabe hinterher. tausend kleine nadeln, erst in den beinen dann überall. aber die euphorie der coney island polar bears ist ansteckend. sofortige verbrüderung mit den anderen männern und frauen, von denen die meisten auffällig tätowiert sind. ich mache sogar bei dem seltsamen ringelreihe-spiel mit, fasse meine nachbarn an den händen und stoße fröhlich bescheuerte urlaute im chor aus. ziemlich bald spielt die kälte keine rolle mehr. jemand hat tennisbälle mitgebracht, mit denen jetzt fangen gespielt wird. ich muss mich zur vernunft rufen und das wasser verlassen, bevor ich, hänfling, der ich immer noch bin, wie damals in der dritten klasse blau anlaufe. ein bisschen stolz bin ich dann doch, obwohl die 10 grad wassertemperatur für die echten polarbären unter uns vermutlich nicht der rede wert sind.

auf festem boden trockne ich mich ab und ziehe umständlich trockene wäsche an, in dem ich mir als blickschutz ein handtuch um die hüfte wickle. ein älterer polarbär mit ledrig-brauner haut und leuchtend weißem brustpelz sieht das und hält sich den bauch vor lachen. «just kidding», entschuldigt er sich kurz darauf und stellt sich als club-präsident vor. auf meine zögerliche reaktion: «oh, you're from another country!» beim nächsten besuch darf ich mich im vereinsheim umziehen und einen heißen kaffee trinken. schade, dass es jedenfalls in diesem winter nicht mehr der fall sein wird. den dringend benötigten kaffee besorge ich mir an einer heruntergekommenen bretterbude. er wärmt.

obwohl ende november die saison längst vorüber ist, und alle fahrgeschäfte geschlossen haben, flanieren noch recht viele spaziergänger über die aus holzlatten gezimmerter strandpromenade. ein pärchen genießt, in plastikstühlen sitzend, den letzten rest sonne (auf ihrem sweatshirt steht: «hauptstadt penner», darunter der beliner bär. ich soll es ihr übersetzen). eine asiatisch anmutende dame lässt von ihrem klapp-fahrrad aus viele kleine drachen steigen. eine kleine schar zuschauer hat sich rund um einen hippiesken gitarristen versammelt, der coney island in bewusstseinserweiternde sounds eintaucht, als wären die eingemotteten fahrgeschäfte («scream zone», «wonder wheel») und die grotesken fieberglas-maskottchen, von denen die farbe abblättert, nicht schon psychedelisch genug. zeitkapsel.

in brighton beach verlassen wird die strandpromenade und finden uns in russland wieder. die haupstraße liegt unter einer unfassbar lauten hochbahntrasse. alle paar minuten muss man sich die ohren zuhalten. am straßenrand verkaufen ältere herrschaften gebrauchtwaren. die frauen tragen gestrickte kleider und kopftuch, die männer schwarze hüte. auf den werbetafeln in den schaufenstern handgeschriebene kyrillsche zeichen. ich kenne russland nur aus dem fernsehen und muss sofort an gerd ruge denken, genau genommen an dessen eigenwillige intonation, die mich jetzt irgendwie recht albern als off-stimme begleitet.

eine metro-station weiter steigen wir in sheepshead bay aus. auf der suche nach der bucht hantieren wir zu zweit offenkundig hilflos mit dem stadtplan, als uns ein zahnloser typ von der anderen straßenseite entgegenschleicht. «to the bay?» ausgesprochen freundlich beschreibt er uns den weg, wie hier überhaupt alle sehr freundlich sind. die new yorker werden von ihren landsleuten oft als unhöflich gescholten, aber die müssen sich irren. vermutlich liegt es daran, dass sie noch nie mit berlinern zu tun hatten. «good luck to both of you» verabschiedet sich der zahnlose und versetzt mir einen heftigen punch auf die schulter. am kai dann cannoli & coffee für fünf dollar.


eisbär'n müssen nie weinen.

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Friday, 25. November 2011
zuccotti spreads.

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Wednesday, 23. November 2011

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on the street
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sonntag. zwei sehr unterschiedliche aspekte der stadt. morgens als erstes mit dem bus in den süden brooklyns, an die docks von «red hook». sobald wir unter dem gowanus express way hindurchgefahren sind, verwandelt sich die gegend: kaum noch wohnhäuser. stattdessen kleine industrie, halbverfallene gewerbeklitschen: schrottverwertung, autolackierer. lattenzäune, für die sich kein graffitti-writer interessiert hat, darüber ein wucherndes geflecht aus stromleitungen. wäre nicht die schmeichelnde herbstsonne, müsste man wohl trist dazu sagen.

beim aussteigen erstaunt über die relative ruhe. kein verkehrslärm, keine sirenen, nur möven. und, ja, sogar meeresrauschen, aber das ist wohl doch nur eingebildet. kurz vor der kaimauer versperrt ein ehemaliges speichergebäude aus dunkelrotem klinker die sicht auf das wasser, in dem sich nun ein «fairway»-supermarkt befindet. die vermieter, erzählen sie uns, parken hier regelmäßig ihren jeep, um an der kaimauer sandwiches und decaf zu verzehren. wir bestellen und stapeln hungrig alles auf unsere wegwerf-tabletts. die sandwiches sind gut und schmecken am wasser tatsächlich noch besser. hinten, auf der anderen seite von gowanus bay sieht man die freiheitsstatue sich gegen den horizont abzeichnen.

wir haben noch eine stunde zeit, ehe das «ikea express shuttle» ablegt, und spazieren ein wenig herum, denken nichts bestimmtes, sind auf angenehme weise unbeschäftigt. vor dem gelb-blauen ikea-store fühle ich mich plötzlich zu hause.

da es sonntag ist, bringt uns die fähre kostenlos hinüber nach süd-manhattan. das financial district ist viel unspektakulärer, als ich es mir vorgestellt hatte. die wall street ist natürlich geschlossen. auf der straße stehen heute keine börsenmakler, sondern andenkenverkäufer. später erfahren wir, dass zudem die großbanken nach 9/11 in andere stadtteile umgezogen sind. manche frühere bankgebäude sind jetzt gyms. ein blick in die trinity church («the highest point in new york until 1890»), winzig zusammengeduckt zwischen den wolkenkratzern, dann weiter über den broadway. vom enthusiasmus der leute im zuccotti park irgendwie sofort angesteckt. riesige freude, das zu sehen, doch dann auch gleich wieder abgestoßen von den vielen spinnern und verschwörungstheoretikern, die einem ihren scheiß andrehen wollen. der übergang zu café au lait mit himbeer-macarons fiel aber ganz leicht.

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Tuesday, 22. November 2011
At the NYSE.

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Monday, 21. November 2011
http://en.wikipedia.org/wiki/Stonewall_riots

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mittwochabend: satyagraha in der metropolitan opera. amerikanischer minimalismus + jet-lag: schön, aber auch müde.

bettdecken-feeling

richard serra bei gargosian

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ein lagerhaus in chelsea.
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dienstag (ich komme mit den nachträgen nicht hinterher). galerien-spaziergang durch chelsea; ganz ohne bestimmtes ziel durch die w24 street flaniert und mal hier, mal dort hineingeschaut. begeistert davon, wie man hier cutting-edge-ausstellungen betrachten kann, ohne einen penny dafür auszugeben. das geld investieren andere: auf der straße parken dicke limousinen in reihe. die chauffeure stehen auf dem bürgersteig daneben und bewahren haltung, während sie auf die jungen herrschaften warten. im gedächtnis blieben shane hope, jim hodges, und, als einziger mir vorher bekannter name, natürlich richard serra.

shane hope auf wenigen quadratmetern bei winkelman: grellbunte und irrsinnig komplexe anordnungen molekularer strukturen, die laut katalog mithilfe einer opensource-software für nanotechnologische designs entworfen wurden; noch dazu in schwindelerregend holografisch-plastischer qualität, ähnlich wie auf den perry-rhodan-schmuckbänden. von optik bin ich leicht zu beeindrucken. passend zu den wandbildern waren daneben auch noch 3D-prints, also echt-räumliche gebilde ähnlicher strukturen ausgestellt, und zwar zusammen mit den offenbar selbstgebastelten makerbots.

dann die gladstone gallery: arbeiten von jim hodges, die ähnlich gut zu erschließen (oder jedenfalls auch oberflächlich gut zu genießen) sind. zwei installationen mag ich besonders. die erste ein großer, weißer, auf der vorderseite offener und daher einsehbarer kubus. in die decke eingelassen in zufälliger anordnung etwa dreißig oder vierzig kleine düsen, aus denen in unregelmäßigen abständen farbe schießt. die farbprojektile treffen die mit pflaumengroßen löchern übersähte bodenfläche aus leinwand, wo sie zersprengen, bunte kleckse und schließlich kleine farbhügel hinterlassen. unter der durchlöcherten bodenplatte liegt ebenfalls eine leinwand, auf der ein geordneteres abbild dieser farborgie entsteht. automatisches action-painting, shooting-pictures ohne blutvergießen. die zweite installation ruhiger, weniger verspielt, fast mit sakraler ausstrahlung. in der mitte einer abgedunkelten halle schwebt eine übergroße diskokugel, wirft, von vier seiten weiß bestrahlt, tanzende reflexionen an die wände. darunter hat der künstler einen krater in den boden gekerbt, in den die blitzende kugel langsam dunkle tropfen hineingleiten lässt. ein schwarzer see, in dem von zeit zu zeit konzentrische ringe aufglitzern. eine sehr schöne, poetische installation, ohne in esoterischen erhabenheitskitsch abzudriften. der passende soundtrack dazu währe wohl morgan geist.

bei einer der vier new yorker gagosian-niederlassungen schließlich gibt es die beiden, wie üblich gewaltigen, plastiken von richard serra zu sehen: junction & circle aus 2010. dadurch, dass die riesigen stahlbänder hier einmal in einem innenraum ausgestellt sind, ergibt sich ein für mich bei serra ganz neues empfinden: weniger platt machend, weniger «wow», alles ist viel leichter, flauschiger. man geht zwischen den weich gekrümmten wänden hindurch, fühlt sich ganz warm umfangen von dem sanften rost-orange.



danach noch ganz weichgespült in der abenddämmerung über die high line spaziert und auf einen salat und kaffee ins 'snice, wo ich mich dank wifi sogar einchecken kann. dort spielen sie, zum laden gut passend und mich sehr freuend, das ganze zweite radiohead-album runter, das ich ewig nicht gehört hatte.

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Saturday, 19. November 2011

berlin is between fifth ave. & madison ave. list of berlin wall segments.
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